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Mein Kopf und ich

Ich habe mal ein Buch gelesen. Zum Schluss ist die Protagonistin an vaskulärer Demenz erkrankt. Der Arzt hat ihr mitgeteilt, dass sie sich langsam aber sicher von ihrem Gedächtnis verabschieden muss. In den nächsten Monaten und Jahren, wird sie immer mehr vergessen und zum Schluss nur noch vor sich hinvegetieren. Sie wird nicht mehr wissen, dass das ihre Tochter ist, die sie da besucht, sie wird nicht mehr wissen, wer die Person im Spiegel ist, in den sie da Blicken wird. Sie wird nur noch in diesem Sessel sitzen, leer vor sich hinstarren. Alle Erinnerungen sind verschwunden, nur eine Hülle ist geblieben, die darauf wartet vom Tod abgeholt zu werden, wie ein Restmüllsack, der zur Mülldeponie muss. Und das wars dann. Die letzten Monate und Jahre alleine in der Gemeinschaft verbracht.

Ich habe Fehler. Ich ärgere mich über meine Fehler. Manchmal wünsche ich mir, dass ich gerne jemand anderes wäre, nur um vor meinen Problemen flüchten zu können. Aber dann wird es mir auf einmal wieder bewusst: Ich bin ich. Und ich will für immer ich bleiben. Aber "ich", dass ich nicht mein Körper, nicht mein Aussehen, das "ich" ist in meinem Kopf. Wenn ich schlafe, dann ist das "ich" da. Wenn ich in einer dunklen Gasse stehe, dann ist das "ich" da. Wenn ich eine Arbeit schreibe, dann ist das "ich" da. Ich liebe mein "ich". Ohne das "ich" könnte ich nicht existieren. Aber bei Demenz, da entschwindet das "ich". Und wenn du dann tot bist? Was ist dann? Ich will mich nicht von meinem "ich" trennen. Nicht von meinen Gedanken, nicht von den Erinnerungen. Ich weiß, dass diese Überlegungen sich vielleicht krank und komisch anhören mögen, aber ich denke sie sind auch nachvollziehbar. Man muss sich einfach nur mal Zeit nehmen. Stehen bleiben. Und schauen. Und dann wird man etwas bemerken. Ganz egal was es auch ist, es wird dich wahrscheinlich zum Denken bringen. Wenn nicht, dann ist es vielleicht schon zu spät; dann hast du dich schon von deinem "ich" getrennt. Das tut mir leid.

23.2.10 22:02
 


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